Enterprise 2.0 Buch – Fallstudien incl.

Unser Enterprise 2.0-BuchDas kündige ich ja sehr gerne an, Michael Koch und Alexander Richter von der Forschungsgruppe Kooperationssysteme haben mittlerweile die zweite Auflage ihres Enterprise 2.0-Buches erreicht – wobei Aktualisierungen und neue Entwicklungen mit aufgenommen wurden.

Ich darf auch verraten dass eine der neuen Fallstudien aus meiner Feder stammt, und darin u.a. die Vorteile von DokuWiki als unkomplizierte und ausbaufähige Lösung thematisiert werden …

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Rückblick auf meine Sessions – Tag 1 des BarCampBerlin3

BarCamp Berlin 3

Ein paar Notizen zum ersten Tag beim BarCamp Berlin 3 – insbesondere zu den von mir besuchten Sessions, die Folien und Notizen zu meiner Session “Unternehmenskultur und Enterprise 2.0” folgen.

  • E-Learning 2.0 (scooyoo.de o.ä.)
  • Wissensmanagement 2.0

Die Session zu E-Learning 2.0 hat mich nicht begeistert, zum einen war das mehr eine Firmenpräsentation, zum anderen war das nicht so innovativ. Im Grunde nicht mehr als die “Internetifizierung” von klassischen Edutainment-Angeboten für Schüler – halt eine Internetplattform. Es waren keine Social-Learning Elemente erkennbar, abgesehen von Dingen, die ich eher kritisch sehe. Was bringt es einem Schüler wenn er sieht dass er auf Platz 267 von 500 Schülern ist (Rating? …) – ebenso fand ich es fragwürdig dass das Feedback im Lernprozess eher trivial war. Auch das Fragendesign (bspw. Lückentexte in die die passenden Worte “hineingezogen” werden müssen) war nicht überzeugend. Ob das der aktuelle Stand des pädagogischen Herangehens für Mittelstufenschüler ist?

Zweite Session zu Wissensmanagement 2.0, mit Stefan Ehrlich von T-Systems MMS, diese hatte mehr einen einführendenCharakter, bzw. war ein Erfahrungsbericht aus dem Einsatz bei der MMS. Einige Notizen:

– alt: Wissensmanagement 1.0 – Informationsverwaltung und -verteilung. Ja, ” “Wissensmanagement” ist zwischenzeitlich aus der Mode gekommen, mit Enterprise Social Software wird das “wiederbelebt”
– einige Ausführungen zu den Erfahrungen der MMS mit dem Teamweb (u.a. wurde auch kurz das Strategie-Wiki angesprochen, das übrigens auch in diesem Interview mit Peter Klingenburg Thema war), zuerst aber zum Hintergrund der Firma. Mit drei Worten: Profit Center Organisation. D.h. auch verteilte Kompetenzen in den einzelnen Centern, mit der Folge dass die Zusammenarbeit in diesen großen Einheiten nicht einfach ist, auch weil verschiedene Sprachen und Terminologien in den verschiedenen Centern bestehen. Gleichzeitig gibt es viele Gemeinsamkeiten, bspw. Projektmanagement als grundlegende Methode.

Die Frage war nun wie die Kommunikation zwischen diesen Einheiten gefördert werden lann (ich würde ergänzen, dass es mehr noch darum geht die Kollaboration zu fördern). Die bis dato verwendete Lösung war es Competence Centers für die bereichsübergreifende Abstimmung zu installieren, diese fokussierten sich vor allem auf diese überall benötigten “Gleich-Kompetenzen”. Allerdings passierte in den ergänzten Competence Centern nicht viel, die Aktivitäten waren überschaubar – nach wie vor waren die Profit-Center der Schwerpunkt des Business (selbstverständlich, ja).

Was also tun? Coaching, Leadership und “Anreizsysteme” (ja, kritisch), Veränderung der Motivationsstrukturen und der Unternehmenskultur, … mehr dazu später im Post zu meiner Session (“Unternehmenskultur und Enterprise 2.0”).

Was wurde bei der MMS gemacht? Relativ ungezwungene Einführung eines Confluence-Wikis als “Experiment” und die Beobachtung was sich an emergenter Nutzung ergab, d.h. was wurde mit dem Werkzeug wirklich gemacht? Eine Beobachtung war es, dass sich auf der Wiki-Plattform die Profit-Center Struktur nicht widerspiegelt – es bilden sich vielmehr thematisch bezogene Communities heraus. Allerdings war bei der MMS die Nutzung der Plattform nicht natürlich, auch hier bestehen nach wie vor Bedenken und Ängste, bspw. vor kritischem Feedback. So nutzen manche das Wiki nur für Basisaufgaben wie bspw. die Vor- und Nachbereitung von Meetings, nun ja das ist meiner Meinung nach nicht notwendigerweise schlecht, die Hauptsache ist es ja dass es überhaupt genutzt wird.

Eine der Erwartungen war es Expertise bzw. Mitarbeiter mit Expertise durch das Wiki leicht auffindbar zu machen – in der Folge wird das Teamweb im wesentlichen auch dafür genutzt. Das zugrundeliegende Paradigma ist mithin: es geht weniger um “Codified Knowledge”, als um das Finden von MA die Probleme lösen können. Klar, personenfokussiertes Wissensmanagement ist prinzipiell ein guter Ansatz – hat aber natürlich auch Nachteile u.a. ist das noch keine Lösung für den Wissenstransfer (und auch keine Lösung wenn die Kompetenzträger das Unternehmen verlassen würden). Kodifiziertes Wissen ist zudem auch nicht einfach, u.a. weil Wissen stark vom Kontext abhängt – in der Folge kann es schlecht zwischen heterogenen Kontexten transportiert werden.

Die MMS plant nun mehr Unterstützung und Verständnis beim Management zu schaffen (die Vorteile zeigen, um Budget und Support etc. zu bekommen), sowie die Einführung eines Employee Social Networks im Unternehmen. Ich denke das macht Sinn, gerade um die “Knowledge Hubs” im Unternehmen zu identifizieren, und diese als Ausgangspunkte für Knowledge Cluster gewinnen. Eine Möglichkeit ist es, dass sich die Kompetenz- und Wissensträger quasi “selbstselektieren” können, und letztlich vorrangig flexible Plattformen bereitzustellen, die die Ausformung der Wissensnetze unterstützt aber nicht vorgibt. Ein Problem ist ja, dass gerade die Mitarbeiter mit den spannendsten Kompetenzen oft am wenigsten Zeit haben, bzw. unwillig sind ihr Wissen zu teilen. Positiv formuliert – oft haben genau diese Leute keine Zeit ihr Wissen zu teilen, sie “fahren besser” wenn sie weniger sichtbar sind, da dann mehr Zeit für die persönlich als spannender empfundenen Sachen bleibt. Dahinter steht die Aufgabe wie man diese Aufgabe der Wissensverteilung zu einer spannenden Aufgabe machen kann bzw. wie man diese Experten (nachhaltig) motivieren kann.

Es geht um die persönliche “job satisfaction” dieser Leute – klar, manche machen das sehr gerne, sind quasi natürliche Evangelisten. Andere wollen mehr Experte bleiben und nicht so viel kommunizieren (und das ist meiner Meinung nach ein weiterer “Leverage Point” – um die Expertise zu skalieren können Knowledge Blogs ein gutes Instrument sein).

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Enterprise 2.0 forum – part 3

On to the last two cases at the Enterprise 2.0 Forum, starting with Christian Kuhna from Adidas (see my post on the pre-conference interview with him here: Enterprise 2.0 at Adidas – pre-conference interview).

Mr. Kuhna showed the features and parts of the planned intranet 2.0 platform for Adidas (the overall planning phase took about 6 months. It shows). I like it, they’re getting many things right, starting on the individual level, i.e. with the employee in mind going from there to group collaboration and on.

Question from the audience what will happen to the legacy systems once the newly designed integrated system is in place. Short answer – these will be “consolidated”. Some other questions had to stay unanswered, well NDAs are everywhere I guess.

Now and last on the agenda is Arne Schümann of Festo Didactic, some kind of inhouse weirdo organization (hey, this is tongue in cheek) – well, rather an organizational division that’s more free to think freely ;~)

Some noted points:

  • Festo is thinking and living knowledge management since long, hence this company has got an easy head-start
  • Start with as little features as possible
  • E 2.0 is about people, people, people
  • make it feasible to achieve quick wins (like when motivating people to participate, he’s seeing visibility as a treat, I am not that sure about this point, whatever)
  • start with real-life meeting to bond any project team, building up trust
  • groups and CoP are emerging now freely and without official triggering
  • Festo now gets asked by industry peers how they proceeded and succeded, i.e. customers et al. are interested and a new business may emerge that way (hey, that’s a business model innovation)
  • you can’t win without IT and most importantly
  • focus on some real business problem – tackle it and proove the success

Well, that’s it so far, you may read on here, my past take on the pre-conference interview with Arne Schümann: “Changing organisations via Enterprise 2.0 – Festo“.

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Live blogging the Enterprise 2.0 forum – part 1

Some notes on the talks at the Enterprise 2.0 ForumKongressmedia put together a nice agenda and group of speakers. Check out some of the tagged and tracked tweets at Twemes. I and some others were microblogging too.

Suw Charman-Anderson started off the event, I can’t give a full report of her extensive talk, so just some tidbits. She offered sound advice (I am agreeing on all accounts, this is boring I know, but hey, I guess we’re just having “shared understanding”). And I really understand and value her effort to make things understandable, but not too easy at the same time.

  • provide the pilot group with gripping stories, let them become evangelists (“each user can become a trainer”, yes, we’ve reached a lot if we’re at this point )
  • on success factors for adoption: all in all it’s preferrable to focus on user-centric adoption (yes, evangelists, catalysts, whatever we call these pivotal people)
  • on the importance of leadership in E.0 projects (I guess that’s herding cats) – yes, leading by example is important (yes, I too talked in my workshop yesterday about the importance of having both method- and power-sponsorship)
  • Enterprise 2.0 change management needs to be in for the long haul, this is a long term engagement thing
  • nice metaphors too – “trojan (wiki) mouses” that sneak into corporations

Next up were Oliver Nitz and Rupert Petschina of Web Innovation Institute and Telekom Austria AG. They were presenting on the potentials of social software for making internal processes more effective. There was a nice metaphor and “storytelling hook” inside their presentation, i.e. the picture of a hen shed that reminded me too that I really need to blog about Lee Bryant’s “Free the Battery Humans” presentation at this year’s reboot and some thoughts I evolved since then.

Next up was JP Rangaswamy, again no full account of the talk, but some points. Suw did an extensive post (“Enterprise 2.0 Forum: JP Rangaswami“) on JP’s talk, extensive coverage and recommended. I guess typing on a whitey Mac goes a lot faster than on my dull PC box.

  • cost of repair and cost of damage as equation to look at while implementing wikis
  • nice story on Space Shuttle design limits that derive from long-ago decisions, i.e. designing the width of rail gauges
  • we’re in the middle of big shifts, like e.g. distributed ability and power to publish, Internet as a nice copy machine
  • my price for best quote goes to JP calling to “throw the policies away” (if they are restricting you to adapt to the changed contexts).” Yes, there’s no point in following out-dated modes, when we’re in disrupted mode
  • one central guiding principle for corporate wiki implementation: keep the cost of transmission and reproduction low

On organizational pathologies, JP showed a spy manual on how to interfere and disturb – and even when the audience was giggling we all know that these are timeless issues in corporations. What once was sabotage is now normal mode of work.

Then, it’s Alexander Warta from Bosch, talking about opportunities for corporate wikis and experiences at Bosch:

  • it’s not about nifty tools, rather it’s about a new paradigm (knowledge works needs to be self-driven and distributed)
  • What they did? Many things like e.g. supporting expert debriefings, international expert’s collaboration and much more
  • presented the results of an inter-company study on wiki use (done by the Bosch team).

Perceived Challenges? He’s systematizing it into seven fields of tension:

  • individual effort <-> social, collective benefit
  • awareness <-> privacy
  • current information <-> trustable, sound information
  • structure <-> freedom (and freeform emergence of structure)
  • usability <-> functionalities
  • participation <-> coherence
  • media boundaries <-> media integration (binding it all together)

BTW, I have asked Alexander to present these results and some of his experiences at the upcoming WikiWednesday Stuttgart. Come and join us if you’re close.

Next up, and last talk before lunch is by Matthias Büger of Deutsche Bank (I blogged about the pre-conference interview here: “Pre-Conference interview: dbWiki – building a Web 2.0 corporate knowledge base“) but he asked the audience not to tweet/blog/whatever his actual talk. OK, no problem. Now off to lunch and “networking d’enfer”

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Wikibility of Innovation oriented Workplaces

This is the networked professional’s web 2.0, via Sebastien Sauteur I found Vincenzo Cammaratas master thesis, called “Wikibility of Innovation Oriented Workplaces – The CERN Case” (pdf). Here’s the abstract, I have skimmed through the +100 pages over the weekend and recommend it basically:

[…] Wiki systems and other social networking applications
represent an important shift on the way in which people work: at the opposite of other previous IT technologies in this field, the Enterprise 2.0 is not about simple devices of office automation, but requires (and brings to) a dramatic organizational culture shift. In particular Wiki offers new possibilities and opportunities in order to exploit in a more effective way the entire potential of the collaborative work coming from the active participation of all the individuals that are present in a workplace.

This dissertation wants to contribute to the current debate on the cultural shift that the introduction of this tool in a workplace is able to produce: we will see that, for a Wiki – or any Enterprise 2.0 tool – being effective it has to activate a virtuous circle able to create new knowledge.

The peculiarity of this work is that it focuses on this particular cultural
aspect and aims to define the features of the ideal workplace that can optimize wiki use in order to be innovation oriented and “hence” competitive.

Once identified these “cultural key drivers” and defined Wikibility as the
cultural attitude of an environment able to make the Wiki use in a workplace effective, the further scope of this thesis is to measure the presence of this Wikibility mind-set and to propose a new tool (not yet validated). This sort of cockpit could be useful for the management that, interested to promote a better and true collaborative approach to work, wants to be sure on the effective support in order to produce true innovation.

I like the goal of his work and am absolutely sympathetic (hmm, wikibility, yes, a neologism but I dig it) – but I am also a bit cautious. “Measuring” organizational culture and designing a cockpit or “dashboard” that enables management to steer (and control) processes of organizational change sure is attractive, as is the vision of an “ideal wiki situation” where implementation of enterprise 2.0 is naturally, but I doubt that the CERN situation nor the learnings made there can be replicated in “normal organizations”. And I sure don’t buy the idea that a fitting organizational culture must be present in advance, as “a preliminary workplace attitude”, put forth here (see slide 15):

Of course it helps if the people “grok it”, and it helps a lot if management gets it too, but otherwise I side with Mike Gotta (“Enterprise 2.0: Culture Required?“)
and Michael Idinopulos (“Culture is a destination not a starting point“).

Mike, (who referred to Michael’s post) says:

You can be very successful in use tools associated with E2.0 (blogs, wikis, tag and social bookmarks, etc) even in situations where culture is “unhealthy” – and when participation is more or less “directed” by role, workflow, and functional duties

Michael entering stage too:

[…] There is a view out there that an organization needs to have a “culture of collaboration” culture in order to successfully employ wikis and other Enterprise 2.0 tools.

That view is dead wrong. I’ve seen wikis thrive in un-collaborative cultures. I’ve seen wikis fail in collaborative cultures. I’ve seen wikis thrive in an organization alongside failing wikis in the same organization.

Even within “non-collaborative” cultures, people have to work with other people. We’ve seen lots of examples of wikis being introduced into those cultures in very safe ways – to streamline and simplify existing business interactions within existing organizational silos.

He also elaborates on an example of how social software inside an organization can act as a change catalyst – yes, the way I see it is that social software is both a driver and an enabler (or infrastructure) of organizational change.

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